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Hier möchte ich den Pilz im allgemeinen vorstellen, und
einige Infos geben, die nicht bei den üblichen Beschreib-
ungen der einzelnden Pilzarten erwähnt werden.
Zwar werde ich hin und wieder nicht auf eine Beschreib-
ung verzichten können, aber für die Bestimmung eines
Pilzes sind meine Pilz-Info-Seiten da.
Hier gehe ich aber z.B. näher auf die Bodenbeschaffen-
heiten und Partner-Bäume der verschiedenen Pilze ein.
Vor allem aber möchte ich meine kleinen Waldfreunde
den Menschen näher bringen, die Pilze sonst nur aus
dem Glas/Dose, oder vom Markt kennen.
Vielleicht kann ich mit meinen Seiten aber auch dazu
beitragen, das Eltern ihren Kindern erklären können,
warum sie einen Pilz nicht zertreten sollen.
Ich werde daher auch gleich mit diesem Thema
beginnen, und den eigentlichen Pilz als solches
ersteinmal vorstellen.

Norbert-Lossau-Pilz:
Den Norbert-Lossau-Pilz
findet man das ganze Jahr.
Bevorzugter Standort ist
die Stadt Oldenburg (Oldbg).
Er ist meistens fröhlich
und locker, kann aber auch
mal ungeniessbar sein.
Verwechslungsmöglichkeit:
Keine Verwechslung möglich!
Jeder Mensch hat sicher schon einmal irgendwo einen Pilz in der Natur gesehen, sei es nun
im Wald, im Garten, im Park, oder am Wegesrand.
Und auch wenn man ihn nicht der Art nach identifizieren konnte, wusste man, ja, das ist ein
Pilz! Aber das was wir da sehen, und als Pilz bezeichnen, ist gar nicht der Pilz, sondern nur
sein Fruchtkörper, der wie z.B. bei Obst-Sorten nur der Verbreitung und Fortpflanzung dient.
Der eigentliche Pilz lebt im Verborgenen, als ein Geflecht von vielen, mehr oder weniger
dicken Fäden, die sich durch den Boden- oder den jeweiligen Wirt (z.B. ein Baumstumpf)
ziehen, und die wie die dünnen Wurzeln von Pflanzen aussehen.
Diese Pilzgeflecht nennt man Myzel.
Bei vielen Pilzarten doggen die Fäden dieses Myzels (Des Pilzes) an den dünnen Endwurzel
Bäumen an, und gehen so eine Symbiose (Mykorrhiza) mit ihnen ein.
Es ist ein Tauschgeschäft, was beiden zu Gute kommt sowohl dem Baum, wie auch dem Pilz.
Der Pilz versorgt den Baum mit mehr Nährstoffen aus dem Boden, und der Baum gibt dem
Pilz Fotosynthese, die dieser selber ja nicht produzieren kann, da er kein Blattgrün besitzt.
Diese Pilze, die man auch Mykorrhiza-Pilze nennt, sind also von großer Wichtigkeit für die
Bäume, und daher doch bitte vor dem zergatschen mit den Füßen zu schützen!
Auf das Myzel selber werde ich noch des öfteren zurück kommen.
Während viele mikroskopisch kleine Pilze nur an ihrem Myzel erkennbar sind, können die
größeren Pilze anhand des Aussehens ihres Fruchtkörpers bestimmt werden. Oft sind es nur
Kleinigkeiten, die manche Pilzarten unterscheiden, aber oft kommt es beim Sammeln der Pilze
darauf an, eben diese Kleinigkeiten zu erkennen, und einen Pilz 100%ig zu bestimmen.
Es gibt viele verschiedene Aussehensformen der Fruchtkörper, wobei die Form des
Ständerpilzes, jene ist, die wir gemeinhin als Pilz erkennen, aber es gibt z.B. noch Bauchpilze,
zu denen die Boviste und Stäublinge gehören, oder die Porlinge, von denen es viele Baum-
pilze, wie z.B. den Zunderschwamm gibt. Weiterhin gibt es noch gallertartige und
korallenförmige Fruchtkörper.
Alle diese Fruchtkörper aber haben eines gemeinsam:
Sie dienen der Verbreitung und Fortpflanzung des jeweiligen Pilzes.
(Ich möchte dieses Thema hier nur eben ankratzen und vereinfacht vorstellen, da es sonst zu
stark mit wissentschaftlichen Ausdrücken gepikt wäre, und ein ganzes Kapitel für sich bean-
spruchen würde.)
Die Ständerpilze tragen unter ihrem Hut Lamellen, Röhren- oder Poren, in denen sich Sporen
bilden, die mit der Reife des Pilzes von ihm abgeworfen werden, und sich u.a. durch den
Wind verbreiten.
Während die Bauchpilze diese Sporen innerhalb ihres Fruchtkörper bilden, und bei Reife
aufplatzen und die Sporen freigeben. Es werden sowohl (männliche) Plussporen, wie auch
(weibliche) Minussporen gebildet.
Hat sich nun eine Spore am Boden einen gemütlichen Platz gesucht, keimt sie und bildet eine
Anfangszelle. Sie beginnt sich durch Querwände zu teilen, wobei ein Zellverband mit je einem
Kern pro Zelle entsteht. Weitere Teilungen und Abzweigungen lassen ein verschlungenes, nach
allen Seiten sich ausbreitendes Hyphengeflecht heranwachsen, das sogenannte Primär-Myzel.
Um jetzt neue Fruchtkörper entstehen zu lassen, müssen ein Plus- und ein Minus-Faden-
system, die aus Sporen der gleichen Pilzart entstanden sind, mit ihren Hyphenenden zu-
sammenkommen und ein sogenanntes Sekundär-Myzel bilden.
In einem hochkomplizierten Vorgang verschmilzt dann das Plasma zweier verschieden-
geschlechtlichen Zellen miteinander, wobei sich bemerkenswerterweise ihre beiden Kerne
nicht vereinigen. Also enthält nach der Verschmelzung eine einzige Zelle zwei Kerne.
Wenn sich das Pilzgewächs nun durch Zellteilung weiter vergrößert, dann enthält jede
weitere Zelle wieder zwei verschiedene Kerne.
Unter günstigen Umweltbedingungen (Substrat, Mykorrhiza-Partner, Nährstoffe, Feuchtig-
keit und Wärme) können aus einem solchen Myzel Fruchtkörper hervor wachsen. Erst in
besonderen Zellen des Fruchtkörpers, den Basisien, kommt es zur Kernverschmelzung und
gleich wieder zur Teilung, in der Regel in vier Sporen (Je zwei Plus- und Minussporen).
Die Schlauchpilze (Askomyzeten) können sich auch ungeschlechtlich (asexuell oder vegetativ)
vermehren, indem sie an besonderen Ästen ihres Myzels, den Sporangien, ihre jungen Zellen,
die Exosporen oder Konidien abschnüren; das sind behäutetete Sporen, die durch Zell-
sprossung entstehen (z.B. beim Schimmel, Aspergillus). Schlauchpilze können sich aber auch
geschlechtlich (sexuell) fortpflanzen, was aber wieder etwas anders vor sich geht als bei
den Ständerpilzen.